Höchenschwand

Die Gemeinde will die E-Mobilität im „Dorf am Himmel“ weiter ausbauen. Unter dem Motto „Lächeln statt hecheln“ hatte sie schon im Jahre 2014 die Möglichkeit geschaffen, die Landschaft rund um den Höchenschwanderberg bei einer Fahrt auf dem E-Bike ohne Anstrengung zu erkunden. Auch einige Hotels im Dorf hatten sich angeschlossen ihren Gäste E-Biks angeboten. Zukünftig will nun die Gemeinde für die Kur- und Feriengäste, aber auch die einheimische Bevölkerung,  die Möglichkeit schaffen, ein Elektroauto über CarSharing kurzfristig mieten zu können.

In der Sitzung des Gemeinderates vom vergangenen Montag stellte der Geschäftsführer von „my-e-car“, Michael Nowack dazu die Leistungen seiner Firma vor. Die Kontakte zu dieser Firma waren im vergangenen Jahr über den Geschäftsführer des örtlichen Autohauses Müller, Luigi Nicolosi, dem Tourismuschef Sebastian Stiegeler und Bürgermeister Stefan Dorfmeister geknüpft worden. „Über CarSharing biete seine Firma bereits 50 Autos an, die über einen Elektromotor umwelt-freundlich und CO2-neutral angetrieben werden“, sagte Michael Nowack. Die Firma bestehe bereits seit 25 Jahren. Partner von „my-e-car“ sei der Energiedienst. In der Region Südbaden und der benachbarten Schweiz gäbe es heute bereits 70 Schnellladestationen, deren Zahl weiter ausgebaut werde. Über die Verzahnung mit dem öffentlichen Nahverkehr werde die E-Mobilität zukünftig eine noch größere Bedeutung haben, ist sich Nowack sicher. Schon heute könne mit einem E-Car der Bedarf von 40 Kunden abgedeckt werden. Auch bei der privaten Nutzung decke ein Elektroauto statistisch gesehen den Bedarf von acht Kunden. Im Weiteren unterbreitete Nowack dann der Gemeinde folgendes Angebot: Für die Dauer eines Jahres erhält Höchenschwand einen Renault Zoe mit 65 KW/Leistung und einer Reichweite von etwa 150 Kilometer als Dienstfahrzeug. Die Kosten für die Nutzung des Autos liegen  bei drei Euro für die erste Stunde.  Darüber hinaus fällt ein Minutenpreis von vier Cent an. Werde das Auto privat genutzt, würden von den Kosten 75 % rückerstattet. Als Gegenleistung sollte die Gemeinde den Stellplatz für das Auto und die Ladestation zur Verfügung stellen und das Auto offensiv bewerben. „Die E-Mobilität werde von der Bundesregierung offensiv angegangen und finanziell durch Zuschüsse gefördert. Wir wollen hier kein finanzielles Risiko eingehen, aber wir sollten diesen Schritt für die Gemeinde tun“, warb Stefan Dorfmeister bei den Gemeinderäten für Zustimmung. Das Gremium sprach sich nach einigen Rückfragen einstimmig für den Modellversuch aus. Der Standort für die Ladestation und das Elektroauto wird zukünftig auf dem Parkplatz unterhalb des „Haus des Gastes“ sein. 

Nachgefragt bei dem Geschäftsführer des Autohauses Müller in Höchenschwand, Luigi Nicolosi (45).

Die Idee für ein E-Car in Höchenschwand hatte ich im vergangenen Jahr. Damals wollte ein Kurgast bei mir ein Auto mieten und ich musste ihn an eine Firma in Waldshut verweisen. Der Kunde wollte dann von mir wissen, warum man eigentlich  in Höchenschwand nicht über CarSharing ein Elektroauto mieten könne. In anderen Gemeinden gäbe es diese Möglichkeit schon seit längerer Zeit. Auch in meiner Wohngemeinde Albbruck kann man über die Firma „my-e-car“ ein Elektroauto mieten. Dort hatte diese Firma  vor etwa 1 ½ Jahren eine Ladestation aufgestellt und ein Elek-troauto stationiert. Über Herrn Bürgermeister Kaiser von Albbruck habe ich dann Ansprechpartner für das Projekt Elektroauto erfahren und mich mit meiner Idee an den Touris-muschef Sebastian Stiegeler und Bürgermeister Stefan Dorfmeister gewandt. Beide standen der Stationierung eines E-Cars in Höchenschwand aufgeschlossen gegenüber. Gemeinsam haben wir Kontakt zu Herrn Zehetner vom Energiedienst aufgenommen und im vergangenen Jahr ein erstes Vorgespräch geführt. Ich will die Gemeinde bei dem Projekt mieten eines Elektroauto über meine Firma aktiv unterstützen.
Foto: Stefan Pichler